Heute geht es zurück auf den JMT

So schön es war in einem Bett zu schlafen und eine Toilette nebenan zu haben, so schön war auch der GEDANKE wieder auf den Trail zu kommen.

Ich war um 6:00 Uhr wach und draußen war es schon hell. Auch wurde der gemeinsame Tisch schon gedeckt. Hier werden gleich alle Motelgäste Platz nehmen und um 7:00 Uhr zusammen frühstücken.

Es war wirklich eine tolle Idee und das Frühstück hat mir auch gut geschmeckt.

Gesättigt und HAPPY packte ich die letzten Sachen in meinen Rucksack und schleppte ihn zur Waage.

17,8 kg zeigte das Display an mit vollen Bärenkanister für 7 Tage und knapp 4 l Wasser. 

Und dann kam auch schon KURT vorgefahren. Auch heute war er wieder unser Shuttle Fahrer und die Fahrt hoch zum Onion Valley wurde eine lustige Fahrt.

Um 8:30 Uhr setzte KURT uns am Trailhead ab und es war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen hatte. Von nun an, gab es mit ihm keine Shuttlefahrten mehr.

Auf Wiedersehen KURT!

Es ging direkt zum Trailhead und ohne großartige Zeitverzögerung los. Es geht auf den nächsten 8 km gute 800 hm bergauf. Genau die Strecke, die es vor zwei Tagen bergab ging.

Ich hatte ein mulmiges Gefühl, denn der Rucksack war voll beladen. Ich wußte, dass es anstrengend werden wird.

Man gewann dennoch schnell an Höhe und die Aussicht entschädigt bzw unterstützt sehr gut, beim Anstieg.

Am Matlock Lake filterte ich meine Flasche Wasser wieder auf, da ich nicht genau wusste, wann es das nächste Mal Wasser geben wird. 

Auf dem Stück zwischen Kearsarge Pass und Charlotte Lake gab es es keine gesicherte Wasserquelle. Ganz nach dem Motto "lieber haben, als BRAUCHEN!"

Ich kam erstaunlich gut voran und wunderte mich fast selber über mein schnelles Tempo bergauf. Ich machte keine Pause und ging einfach bis zum Pass durch. 

Nach 2:16 std (reine Laufzeit) war ich oben und hatte 844 hm hinter mir gelassen. Das Gefühl war einfach großartig und die Aussicht, wie zwei Tage zuvor, erneut wunderschön.

Ich machte eine Pause und ass einen Riegel. Weiter wartete ich auf Kati und 30 min später ging es um 11:50 Uhr wieder weiter. Natürlich zuerst bergab.

An der Junction, wo es links zum Bullfrog Lake ging, wies mich das Schild heute nach RECHTS Richtung Charlotte Lake bzw. Rae Lakes. Die erste Idee war es bis zum Charlotte Lake zu laufen, aber als wir an dieser Junction ankamen, war es noch viel zu früh am Tag.

Aber erstmal ging es den Kearsarge Pass Trail für 4,5 km weiter bergab. Und bis auf, dass es hier wirklich kein Wasser gab, war es hier wunderschön zu gehen. Die Aussicht auf den Bullfrog Lake war herrlich.

Es ging immer weiter oben auf dem Trail entlang und um 13:00 Uhr erreichte ich die Junction, wo es entweder zum Charlotte Lake oder über den Glen Pass zu den Rae Lakes ging.

Ich machte eine Pause und wartete erneut auf Kati. Ich wollte ihr mitteilen, dass ich es zu früh fand, um am Charlotte Lake zu nächtigen und ich weiter möchte. Sie war ganz meiner Meinung und so wurde Trail fortgesetzt. 

Es ging noch kurz eben voran und dann begann der Aufstieg zum Glen Pass

WOW, das war echt heftig und der Pass bekam von mir den Spitzname "Glen die B#tch!"

Es war sehr warm und trocken. Die Sonne knallte vom Himmel und es gab kein Schatten. Der Trail wurde alpiner und die Farbe "felsig-grau" überwog. Ich mag die schroffe Landschaft, aber es wurde ein Kraftakt.

Step BY Step ging ich voran. Mir kamen drei Wanderer entgegen, wo ich dachte, dass sie auf dem Abstieg waren. Aber nein, sie haben aufgegeben ... Ich war kurz erschrocken, da ich damit nicht gerechnet hatte. Die drei waren gut fertig und "meckerten" über den Pass. Sie wollen es morgen früh nochmal versuchen.

Ich ging weiter, natürlich mit dem Ziel oben anzukommen. Umdrehen war irgendwie KEINE Option. Nur um den Ausblick auf das bereits GESCHAFFTE zu genießen.

Ich erreichte um 14:45 Uhr den Glen Pass auf 3600hm. Der Pass war echt schwer... was vll auch daran lag, dass es bereits der zweite Pass heute war.

Die Freude war groß und die Aussicht auf die Rae Lakes auch wieder wundervoll.

Nach ca. 40 min Genuss auf dem Pass ging es wieder bergab. Das heutige Ziel waren die Rae Lakes und die wollten noch im HELLEN erreicht werden. Was nicht das Problem sein sollte.

Es ging bergab...und das war nicht OHNE. Der Glen Pass blieb eine B#tch und zu den vielen Switchbacks kam auch viel Geröll und Steine auf dem Weg.

Der Weg zog sich und auch wenn es ab einer Stelle etwas ebener wurde, nahm der Weg gefühlt keine ENDE.

Ich hatte aber keinen Grund mich nicht zu freuen. Und so genoss ich weiterhin jeden STEP.

Um 16:20 Uhr erreichte ich die Rae Lakes und es war schon voll hier. Dennoch verlief es sich, da die Lakes wirklich viel Platz boten. Ich fand auch schnell einen geeigneten Platz für zwei Zelt und ließ meinen Rucksack ab.

Ich fing auch gleich an, mein Zelt aufzubauen, denn sie Sonne war schon auf dem Weg hinter den Bergen zu verschwinden. 

Bevor ich das weitere Ritual des Wasser filtern und Füße waschen startete, setzte ich mich noch kurz und naschte aus meinem Bärenkanister.

Kati erschien zwischenzeitlich und fühlte sich gleich wohl.

Ich ging runter zum Lake und war überwältigt von der Schönheit diesen Fleckchen Erde. 

Es wurde allerdings schnell schattig und als ich zurück am Zelt war, wurde der Kocher angeschmissen.

Der Bärenkanister war voll mit guten Sachen und das für die nächsten 7 Tage.

Es ging um 19:30 Uhr ins Zelt. Glücklich und DANKBAR für diesen wundervollen Tag.


Gute Nacht Day EIGHT

28.08.2024

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Statistik

Onion Valley to Rae Lakes

Tages-KM : 19,90 

Gesamt-KM : 132,76 

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