Wir hatten es tatsächlich geschafft !!!

Ich rannte, nach dem Foto direkt ins Shelter, in der Hoffnung, dass ich mich da aufwärmen konnte! ...der Wind pustete WILD die kalte Luft über den PEAK und ich spürte einfach NUR Kälte in mir.

Drinnen war es VOLL. Es kauerten andere Hiker am Boden und auf den Bänken, eingerollt in Schlafsäcken... es war zwar windstill, aber natürlich trotzdem KALT.

Ich lehnte mich an eine Wand und war nicht in der Lage mein Handy in die Hand zu nehmen... meine Finger waren komplett TAUB.

Dann stand Kati vor mir und sagte etwas, was absolut stimmte... "HIER wird es nicht besser!!! "

In den nächsten Stunden wird es hier oben KALT bleiben, auch wenn die Sonne schon aufgegangen war.

WIR MÜSSEN HIER RUNTER!!! 

Es muss ca 7:00 Uhr gewesen sein, dass wir den Rückweg antraten.

Ich muss gestehen, ich bin quasi GERANNT  ... es war ein bisschen wie, nach mir die Sintflut ...

Mir war einfach immer noch soooo verdammt KALT!!!

Mein Gehirn hörte RUNTER und mein KÖRPER rannte los  ... ich war froh, dass meine Beine noch funktionierten.

Der Himmel war mittlerweile blau und es sah wunderschön aus.

Ich spürte meine Finger zwar immer noch nicht richtig, aber schaffte es dann doch ein paar Mal mein Handy rauszuholen.
Die Aussicht, jetzt wo man auch was erkennen konnte, war WUNDERSCHÖN. 

... der Wind pfiff allerdings weiterhin gnadenlos.
Die beiden Hitchcock Lakes habe ich beim Aufstieg überhaupt nicht zur Kenntnis genommen... sie lagen vorhin noch im Dunkeln.

Hier ist einer zusammen mit dem Guitar Lake.

Der Weg wurde weiter unten angenehmer, aber lag immer noch im Schatten.

Um 8:00 Uhr erreichte ich die Junction.
Ich überlegte kurz, hier auf Kati zu warten, aber der WIND pustete  immer noch wie ein kleiner Orkan um die Ecke, so dass ich weiterging.

Mein Gesicht fühlte sich ebenfalls TAUB an und meine Finger spürte ich seit Stunden nicht mehr.

5,5 mi bis zum Zeltplatz...  ... 5,5 mi bis zu einem Hotelzimmer mit DUSCHE und HEIZUNG wären mir gerade lieber :)

Ich ging also weiter.

Trotz der KÄLTE konnte ich den Abstieg ein wenig mehr genießen. 

Ich hatte es geschafft und das fühlte sich wirklich GUT an.

Gegen 8:30 Uhr machte sich meine Uhr bemerkbar und signalisierte mir, dass sie LOW in Battery war  ... ja, ich habe damit gerechnet, aber hatte gehofft bereits weiter unten zu sein. Es ist wie es ist und ich machte in einem SWITCHIE eine Pause.

Ich setzte meinen Rucksack ab, stöpselte meine Uhr an die Powerbank und pulte mir was zum Snacken aus dem Rucksack.

Hier war es windstill, sonst wäre ich vermutlich auch weiter gegangen. Ich fror auch nicht mehr ganz so doll, auch wenn meine Finger immer noch taub waren. Ich wollte hier auf Kati warten und genoss die Aussicht.

Man konnte schon gut den Guitar Lake erkennen (rechts im Bild).

Nachdem Kati aufgetaucht war, beschlossen wir am Guitar Lake eine Pause zu machen. Er lag in der Sonne und war als Rastplatz schöner, als hier mitten auf dem Trail.

Also weiter runter ... noch ein paar Schritte und dann war ich in der SONNE.  Das tat sooooo GUT ...

Um 9:45 Uhr fand ich ein schönes Plätzchen am Guitar Lake und setze meinen Rucksack ab. Es war hier immer noch etwas windy, aber die Sonne schien und es war WARM. 

Ich holte meinen Kocher aus dem Rucksack. 

Ich hatte nur meinen mit, aber das war vorher so abgesprochen. Was ich nicht mit hatte, war ... KAFFEE!!! 

Den hatte ich wohl heute Morgen vergessen einzupacken. 

Zum Glück hatte Kati ein EXTRA Päckchen mit und konnte mir aushelfen.

Wir blieben eine gute Stunde, bevor wir wieder aufbrachen.

Jetzt, wo es hell war, konnte ich ALLES verpasste von heute Morgen nachholen. Auch im Dunkeln hat alles seinen CHARME, aber mit dem blauen Himmel, gewann das Panorama im Tageslicht.

 Die Sierra ist einfach so wunderschön.

Ich konnte mich nicht satt sehen und die Strapazen der Kälte auf dem Mt. Witney waren schon fast vergessen... aber nur fast  ... auch wenn ich meine Finger wieder spürte, war doch noch ein leichtes Taubheitsgefühl in den Daumen zu spüren.

Eine Stunde nach der Pause am Guitar Lake und ca. 4:45 std nach der Flucht vom Peak, war ich kurz vorm Camp in Crabtree angekommen. 

Es ging noch ein gutes Stück bergab, was ich von heute Morgen nicht mehr in Erinnerung hatte.

Um 11:55 Uhr erreichte ich die Junction, wo es nach links wieder zurück zum Campground ging.
Ich verließ also den JMT für heute wieder und ging über den Creek zurück zum CG.

Hier kam gerade eine Karawane Mulis vorbei und die wirbelten ordentlich STAUB auf.

Um Punkt 12:00 Uhr erreichte ich mein Zelt. 

BOAH, das war ein herrliches Gefühl !!!

Ich setzte meinen Rucksack ab und machte gleich eine Bestandsaufnahme. Das Zelt war unbeschadet.

Ich stellte fest, dass ich definitiv zu wenig getrunken hatte.  Es war natürlich ein wenig dem eingefrorenen Schlauch geschuldet, aber gut war es  nicht.

Aber erstmal Schuhe aus und CHILLEN ...
Da es erst 13:00 Uhr war und die Sonne schien, entschied ich mich ein paar Kleidungsstücke "durchzuspülen". 

Heute ging es keinen Meter mehr weiter auf dem Trail, also konnte ich meine Sachen in der Sonne trocknen lassen.

Ich packte meine Klamotten in eine Tüte und ging zu Creek.

In der Sonne war es schön warm und ich genoss die aufkommende Langsamkeit des Tages.
Es gab nichts ANDERES mehr zu tun HEUTE, als Ausruhen und später noch was Essen.

Gegen 15:00 Uhr war ich zurück an meinem Zelt und legte meine Wäsche auf einen Stein zum trocknen. Sie war nicht allein.

Ich machte mir einen Kaffee und setzte mich auf die WIESE. Ich war positiv KO und erfreute mich immer wieder daran, dass ich es geschafft hatte den Mt. Whitney zu besteigen... auch wenn ich es OBEN nicht wirklich genießen konnte.

Gegen 16:00 Uhr ging ich zurück zu meinem Zelt und suchte mein Diner aus dem Kanister.

...ja, ich hatte tatsächlich zu wenig SNACKS mit bzw. habe mich verzettelt.

Offensichtlich hatte ich den Tag am Cottonwood Pass CG, also dem TAG 0 mit eingerechnet und da meine Snacks schon alle aufgefuttert. 

Da wir aber, durch das Überspringen der Übernachtung am Chicken Spring Lake, bereits einen Tag rausgeholt hatten, hätte es aber wieder aufgehen müssen, da wir quasi einen Tag früher am Orion Valley CG (vorausgesetzt es läuft nach PLAN ) wären. Ich werde es nicht mehr ermitteln können, was da schief gelaufen ist.

Ich schmiss den KOCHER an ... Hunger hatte ich zwar gerade nicht, aber mein Körper BRAUCHT Energie.

Zum Essen setzte ich mich in die Sonne, denn im Schatten war es doch wieder recht kühl.

Die Müdigkeit schlich sich weiter ins Gemüt und ich hatte keine LUST mehr dagegen anzukämpfen. 

Ich machte mich "bettfertig" und stellte meinen Kanister wieder weiter weg.

Um 17:15 Uhr schlich ins Zelt ... 17 Std wach reicht.

Gute Nacht Day THREE

23.08.2024

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Statistik

Crabtree CG to Mt Whitney and BACK

Tages-KM : 26,63

Gesamt-KM : 62,03

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