Um 5:50 Uhr musste ich mich aus dem Schlafsack pulen und nach DRAUßEN  ... die Blase ruft  ... but no COMPLAINS here...besser als mitten in der NACHT.
Es war ein herrlicher frischer Morgen und wenn ich die Bilder sehe, bekomme ich sofort SEHNSUCHT.
Gestern Abend waren noch weitere Wanderer zu dem Spot dazu gekommen und haben sich hier niedergelassen. Allerdings mit genug Abstand, so dass jeder für sich blieb
Erster AKT am Morgen ... KAFFEE kochen.

Während der Wassererwärmung fing ich immer schon an zusammenzupacken. 

Also alles wieder aus dem Zelt raus, LUFT aus der Matratze lassen, Schlafsack eine kleine Weile lüften und in das untere Fach des Rucksacks stopfen.
Ja, genau, ich stopfte den Schlafsack einfach in das untere separate Fach am Rucksack. Und er kam nicht zuerst in seinen eigenen Beutel. Den hatte ich garnicht mehr mit.

Die Methode hatte ich irgendwo mal gelesen, als ich mich eingelesen habe, wie man am sinnvollsten einen Backpacker Rucksack packt. 

Ich dachte eine zeitlang, dass das schwerste Teil nach unten muss, aber dem war nicht so. Der schwerste Gegenstand, in dem Fall der Bärenkanister, sollte mittig dicht am Rücken liegen. 

Also habe ich den Schlafsack ganz unten reingestopft und den Bärenkanister quasi draufgestellt. So wurde der Schlafsack natürlich noch weiter komprimiert, aber der Bärenkanister blieb in Höhe des mittleren Rückens.

Um 7:30 Uhr war das Frühstück im Körper und er Rucksack fertig gepackt. 

Wir hatten gestern Abend schon angefangen darüber zu philosophieren, wie der heutige Tag ablaufen soll.

Wir waren von dem Crabtree Ranger Station CG ca. 14 km entfernt. Dadurch, dass wir gestern weiter gelaufen sind, als geplant, hatten wir bereits einen kleinen internen "Vorsprung".
Am Crabtree CG werden wir auf den JMT treffen, der von Norden kommend Richtung Mt. Whitney führt. 

Für SOBO Hikers ist es der letzte Abschnitt auf dem Thru-Hike und endet mit der Besteigung des Mt. Whitney... wo der offizielle Endpunkt des JMT ist.
Es gibt jetzt zwei Varianten (vll auch noch mehr), die für in Frage kamen.
Ich wollte gerne zum Sonnenaufgang OBEN auf dem Mt. Whitney sein.
Tatsächlich ist es für viele Hikers das HIGHLIGHT der Wanderung sich den Sonnenaufgang auf dem höchsten Punkt des JMTs zu „gönnen“ 

Ein GESCHENK  an sich selbst für die erfolgreiche Durchwanderung auf dem JMT.
Das bedeutet allerdings eine Wanderung in der Nacht, denn oben auf dem Mt. Whitney ist zelten verboten

Der letzte regulären Spot befindet kurz vor der Junction, wo es hoch zum Peak geht und auf der anderen Seite runter zum Mt. Whitney Portal.

Viele Wanderer, die diesen Sonnenaufgangshike machen, zelten am Guitar Lake

Der liegt ca. 7,5 km vom Peak entfernt auf 3500 m. Hier gibt es noch Wasser und man hat bis zum Mt. Whitney noch ca. 1100 hm zu bewältigen.
Ich hatte ebenfalls die Überlegung von da loszuwandern. Natürlich  blieben das Zelt & Co dort und es ging nur mit leichten Gepäck auf den Berg.
Es sollte anders kommen, denn wir blieben doch schon auf dem Crabtree CG.
Von hier sind es zwar ca. 12 km und 1440 Höhenmeter bis zum Mt. Whitney.

Alles hat immer Vor- und Nachteile... vom Crabtree CG sparen wir uns ein paar KM mit „schweren“ Gepäck, die wir sonst bis zum Guitar Lake noch gehen müssten.
Außerdem, und das war tatsächlich ein SEHR wichtiger FAKTOR..., zwischen dem Crabtree CG und dem Mt. Whitney Portal musste man in einen sog. WagBag „pupsen“. 

(Beispiel aus meinem Urlaub April 2024-Canyonlands NP)

Es war verboten ein Loch zu buddeln und seinen HAUFEN zu vergraben. Das bedeutete weiter, dass wir den benutzten Kackabeutel bis zum nächsten EXIT, also für uns bis zum ersten geplanten Re-Supply am Orion Valley (Kearsarge Pass) hätten tragen mussten…. 

Denn „Pack it in, PACK IT OUT!!!“ 
Diese Vorstellung half ungemein, dass wir am Crabtree CG bleiben, denn dort soll es eine „richtige“ Outdoor Toilet geben.

Also war es quasi schon fast beschlossen , dass wir heute NUR die 13 km bis Crabtree Ranger Station laufen und dort unser Lager aufschlagen werden. 

Aber zurück zum Rock Creek, wo es um 7:30 Uhr los ging.

Auch heute, am zweiten Tag, versprach das Wetter NUR Sonnenschein und blauen Himmel.

Wir erreichten die Ranger Station vom Rock Creek CG und auch die dortigen SPOTs.

Wir hielten uns auch nicht weiter auf und gingen weiter.
Es kam ein kleines Creek Crossing, was dank der Steine keine Herausforderung war.
Ich bin rübergetanzt. 

Dahinter ging es bergauf und landschaftlich natürlich weiter wie GESTERN. Es folgten auch wieder einige SWITICHES.

Es ging also weiter ... bergauf ... und ich erkannte auf der GaiaMap App, dass ein weiterer Pass vor mir lag... der Guyot Pass. 

Den hatte ich irgendwie nicht DRAUF.
Der Pass lag auf 3360 m, also etwas tiefer als der Cottonwood Pass gestern.
Als anstrengend habe ich es trotzdem befunden.
Schon auf dem Weg nach OBEN gab es eine herrliche Aussicht auf den Mount Guyot (...behaupte ich jetzt einfach mal )

Oben angekommen gab es eine Pause und was zu snacken. Es lagen  jetzt ca. 5,7 km hinter uns.

Nach knapp 40 min ging es weiter. Heute war genug Zeit für den "kurzen" Weg bis zum Crabtree CG.

Nach dem Pass ging es natürlich wieder bergauf. Der Crabtree CG liegt auf ca. 3000m. 

Das ständige Hoch und Runter ist TYPISCH für die Sierra Nevada. Hier gibt es selten ENTSPANNT... es geht immer entweder hoch oder runter.

Ich werde mich wiederholen, aber es ist einfach herrlich hier zu Fuß lang zu gehen... ruhig mitten in der Natur.

 ...und auch wenn es bergab ging, war es anstrengend ... aber POSITIV.

Der Weg runter war etwas steinig und Geröll lag auf dem Weg...

Kurz vor UNTEN, kam dann ein Tor, was man nach dem Durchqueren auch wieder schließen sollte.

Es ging noch ein Stück weiter, bevor wir "wieder" eine kleine Pause machten.
Hinter einem kleinen Creek Crossing setzten wir um 11:45 Uhr den Rucksack erneut von den Schultern  ... bei einem schönen Meadow.

Nach ca. 10 min Pause ging es auch schon weiter. Bis zum Crabtrree Ranger Station CG waren es von hier auch "nur" noch knapp 2km.
Der Whitney Creek wies uns weiter zum Camp.
Ca. 30 min nach der Pause erreichten wir den Crabtree CG. 

Es war 12:30 Uhr...

Zuerst schlenderten wir direkt zur Ranger Station... denn uns "quälten" ein zwei Fragen und außerdem wollten wir natürlich auch GUCKEN.

Die Türen waren allerdings verschlossen und es hingen Zettel mit INFOS über das Wetter und im Falle eines EMERGENCY draußen.

Ich wusste von der Wettervorhersage, dass es die nächsten Tage einen leichten Temperatur DROP geben wird. 

Das konnte man schon vor ein paar Tagen in Lone Pine sehen. 

Am Freitag, also ab Morgen, soll es für DREI Tage kühler werden. Hier oben auf  3000m natürlich auch und da könnten wir NACHTS unter 0 Grad kommen  ... allerdings waren keine Thunderstorms oder Snowstorms in der Vorhersage.

Die Fragen blieben unbeantwortet, da kein RANGER da war und es ging zurück zu den Camping Spots.

Der Platz war recht groß und es standen einige Zelte rum. Trotzdem wirkte es total ruhig und entspannt. Viele waren auch unterwegs, da es mitten am Tag war, aber selbst die Wanderer, die da waren chillten, dösten und genossen augenscheinlich gerade ihr LEBEN.

Eigentlich fiel die endgültige Entscheidung hier zu bleiben, ERST hier!

Wir grübelten zwar noch kurz wägten die Optionen ab, aber JA wir BLEIBEN. 

Ja, es wird von hier länger und anstrengender sein, wenn wir heute Nacht zum GROßEN Aufstieg auf den 4000er Mt. Whitney aufbrachen, aber der Vorteil, dass wir bereits von hier mit leichtem Gepäck loslaufen werden UND die Outdoor Toilet ÜBERWOGEN.
Und so suchten wir nach einem schönen Platz, wo unsere Zelte für die nächsten beiden NÄCHTE stehen bleiben sollen. 

Wir wurden fündig und neben Snacken und Talken wurde das Zelt aufgebaut.

Das Outdoor Toiletten Konstrukt war auch nicht weit entfernt.

Die restliche Zeit nutzte ich, um am Creek Wasser zu filtern und meine Socken zu waschen. Es war herrlich am Creek zu sitzen und ohne ZEITDRUCK oder irgendeinen anderen DRUCK zu SEIN.

Auch kochten und aßen wir unten am Wasser. In der Sonne war es echt gut WARM und ich konnte mir immer nicht vorstellen, dass ich mal frieren könnte.

Um 16:30 Uhr ging ich zurück zum Zelt und legte meine Socken zum Trocknen auf einen Stein in die Sonne.

Ich bereitete noch meinen Rucksack für morgen vor.

Alles unnötige RAUS und Wasserblase, Sportflasche und Wag BAG (zur Sicherheit) rein. 

Auch packte ich meinen Kocher und alles für einen Kaffee ein.  Morgen früh... äh... NACHTS sollte es einfach losgehen und wir wollten nicht noch kochen.
Es wird ein langer Tag morgen und ich bin mir sicher, dass ich irgendwann LUST auf einen Kaffee bekommen werde. Das OBERSTE Ziel war allerdings denn Gipfel zu erreichen.

Nachdem alles soweit fertig gepackt war, putzte ich schon meine Zähne und ging nochmal aufs Outdoor-Töpfchen.

Um 17:30 Uhr kletterte ich in mein Zelt und zog es zu  ... müde war ich nicht wirklich, aber ich wollte zumindest RUHEN.


Gute Nacht vom CAMP TWO 

22.08.2024

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Statistik

Rock Creek to Crabtree Ranger Station CG 

Tages-KM : 13,9

Gesamt-KM : 35,5

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