Nach einer weiteren sternenklaren Nacht, wo der Himmel mit Millionen Punkten leuchtete, stand ich um 6:30 Uhr auf. 

Trotz der zwei Pässen von gestern in den Beinen, fühlten sie sich gut an und ich kochte mir Wasser zum Frühstück.

Während ich mein Zelt abbaute und alles wieder in den Rucksack stopfte, schaffte es die Sonne über die Gipfelkanten.

Die Rae Lakes sind wirklich ein wunderschöner Ort und wenn ich kein ZIEL hätte, würde ich bleiben.

Zusammen mit der Sonne ging es also weiter gen Süden. Die Lakes waren groß und so ging es noch eine kleine Weile am Wasser entlang. Plötzlich sprang ein Deer aus den Hang auf den Weg, direkt vor meine Füße. Bevor sich der aufgewirbelte Staub legen konnte, war es aber schon Richtung See verschwunden. Der Schreck war gegenseitig groß.

Heute ging es Richtung Pinchot Pass. Auch dieser Pass liegt auf einer überschaubaren Höhe von ca. 3600 m. 

Aber zuerst geht es heute auf ca. 11 km 650 hm bergab. Hier befindet sich die Wood Creek Bridge und wird der tiefste Punkt des heutigen Tages. 

Man gewöhnt sich dran, dass man ständig hoch unter runter geht... die Frage nach dem SINN ist hier überflüssig ;)

Hier an den Rae Lakes gab es auch eine Ranger Station. Ob sie besetzt gewesen ist, habe ich nicht geschaut. Etwas weiter am Weg stand eine Muli Kolone auf einem Platz, die sich auch gerade zum Weiterreiten fertig machten. Da sie mich nicht überholt haben, ging es offensichtlich gen NORDEN.

Nach einer Stunde Wandern, stoppte ich und zog meine Jacke aus. Es war warm genug und auch heute blieb der Himmel wolkenlos.

Es folgten weitere Seen auf dem Weg in die Wood Creek Area. Einer schöner als der Andere... mit kleinen Wasserfällen und glasklaren Wasser. Der Weg schlängelte sich hindurch und ich wusste nicht, wo ich zuerst hingucken sollte.

Nach 2 std wurde es waldiger und die grüne Farbe wich dem felsigen grau. Eigentlich eher typisch fürs höhere Gefilde, aber die großen Tannen blieben mir treu.

Der Weg glich stellenweise einem Lawinenfeld. Unzählige Bäume lagen auf der Seite und ich hatte Glück..., denn es war frisch gesägt. Von einem Bekannten wusste ich, dass es hier ca. 3-4 Wochen vorher einem Hürdenlauf glich und ordentlich Zeit gekostet hat. So freute ich mich über den Geruch des frisch gesägten Holz und das ich hier ohne große sportlichen Aktivitäten durchgehen konnte.

Um 10:35 Uhr erreichte ich die Wood Creek Bridge. Es lange Suspension Bridge, die das überqueren des flachen Wood Creek erleichterte.

Ich ließ mich von einem anderen Wanderer fotografieren und machte auf der anderen Seite unten am Wasser eine Snackpause. 

Beim Überqueren wippte die Brücke ordentlich und auch wenn ich keine Sorgen hatte, dass die Brücke mich NICHT hält, fühlte es sich komisch an.

Ich ging unter die Brücke an des Fluss und filterte bei Gelegenheit noch meine Sportflasche neu auf.

Es war herrlich ruhig hier am Wasser und überhaupt habe kaum andere Wanderer gesehen... vll eine HANDVOLL.

Nach 30 min ging ich weiter. Ich war auf ca. 2550 hm und ab jetzt ging es wieder bergauf. 

Ein Schild zeigte mir, dass es noch 7,7 mi bis zum Pinchot Pass sind. Mal schauen, wie weit ich heute komme...

Es ging als hoch und ich folgte dem Wood Creek, der neben mir wie eine große Wasserrutsche den Hang runterfloss. Zwischendurch gab es kleine Pools, die zum Baden einluden.

Es war schön, aber auch wieder schön anstrengend. Der Weg war recht gut zu laufen, mal ein paar Stufen und Geröll, aber weitestgehend gut gewartet.

Ich hatte dennoch den Eindruck, dass ich kaum Höhenmeter machte, da man ständig wieder bergab ging... das war einerseits angenehm, anderseits auch leicht frustrierend, da ich gefühlt nicht hoch kam. Und die angezeigten Höhenmeter werden nicht im NICHTS verschwinden. Also bleiben es immer noch 1000 hm bis zum Pinchot Pass.

Das hinderte mich natürlich nicht am Weitergehen und so folgte ein Fuß dem Anderen. Man kann hier auch nicht anders als GENIESSEN.

Ich war mittlerweile seit 5 Stunden unterwegs als es um den Trail herum wieder bewaldeter wurde. "Endlich" ging es bergauf... und das natürlich ohne Gnade.

Nach 5 1/2 std machte ich eine Pause an einem Creek, der auch ein schönes Zektplätzchen bot. Hier war auch eine andere Hikerin, wo ich zuerst dachte, dass sie hier heute nächtigen werde. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass ich falsch lag. Sie war SOBO unterwegs und hatte den Pinchot Pass bereits hinter sich. Auch sie hatte kein festes Ziel und wollte schauen, wie weit sie heute noch kommt.

Das liebe ich an dieser Art von Wanderung sehr... ich kann solange gehen, bis ich nicht mehr mag. Ein geeigneten Platz findet man fast überall ... ein Gefühl von FREIHEIT.

Ich wartete auf Kati, während ich mir einen Snack gönnte und Wasser filterte. Es war wunderschön und ich hätte mir auch vorstellen können, hier zu bleiben.

Kati erschien und wir entschieden uns WEITERZUGEHEN, aber nicht mehr über den Pinchot Pass

Ich hatte vor der Reise schon ein wenig recherchiert und bei den Twin Lakes einen möglichen Zeltspot ausgemacht. Das wäre von HIER noch gute 2 km und ca. 200 hm. 

Nachdem ich hier jetzt eine gute STUNDE pausiert hatte, ging es um 14:45 Uhr weiter.

Bergauf, karger und einfach schön...

Es stellte sich heraus, dass man an den Twin Lakes nicht direkt campen konnte bzw. fand ich keinen "offiziellen" Zugang. Im Grunde ließ man sie "rechts liegen". 

Zum Glück gibt es hier genug Seen und so endete der Tag nach 20km um 15:30 Uhr an einem NoName Lake 4,4km vor dem Pass. 

Ich setzte meinen Rucksack ab und es folgte das immer wiederkehrende Prozedere ... Zelt aufbauen, Rucksack auspacken, Geräte laden usw.

Danach ging es zum Lake zum Filtern und WASCHEN... 

Ich gönnte mir heute ein Bein-Bad. Ganz rein, wie es die Zeltnachbarin wagte, traute ich mich nicht. Es war mir doch zu kalt.

Zurück am Zelt wurden die Klamotten gewechselt und der Kocher angeschmissen. Die Sonne war bereits am Untergehen und es wurde  FRISCHER.

Mit dem restlichen Tageslicht schlüpfte ich um 18:45 Uhr ins Zelt. Ich räumte noch ein wenig rum, aber im Endeffekt blieb es ein kleines Chaos im Inneren des Zeltes.


Gute Nacht Day NINE


29.08.2024

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Statistik

Rae Lakes to Twin Lakes

Tages-KM : 19,57 

Gesamt-KM : 152,33 

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